Die Technik der Standortaufstellung als Navigationsinstrument
Wenn das Leben zu Ende geht, werfen wir einen Blick zurück und ziehen Bilanz. Patien-ten in einer palliativen Situation fällt es angesichts der Schmerzen, zunehmender Schwäche und Hilfsbedürftigkeit manchmal allerdings schwer, den Blick von der aktuel-len Belastung abzuwenden und das Vergangene zu würdigen. Hier können wir als Be-gleiter wertvolle Unterstützung anbieten, indem wir gemeinsam mit dem Patienten res-sourcenorientiert auf das Leben schauen. Denn ein wohlwollender Blick auf das eigene Leben ist wichtig, um inneren Frieden finden zu können. Eine im Palliativbereich eta-blierte Intervention ist z.B. die „Dignity Therapy“ von H. M. Chochinov.
Die Methode der „Standortaufstellung“, die von Alfred Köth entwickelt wurde, stellt eine weitere Interventionsmöglichkeit dar: Fünf verschiedene Lebensbereiche (unter-teilt in externe und interne Aspekte) werden mittels Personen oder Figuren in Form einer systemischen Aufstellung visualisiert. Auf diese Weise kann der Aufsteller in Dia-log mit seinen Lebensbereichen treten, eine Standortbestimmung vornehmen, sich be-wusst werden, woraus er Kraft schöpfen kann, aber auch Klarheit über wohl anstehen-de Veränderungen erlangen. Die Visualisierung dient somit als Navigationsinstrument, welches die Koordinaten für die eigene Verortung im Leben sichtbar macht.
Für den Patienten kann dies eine Form strukturierender Biographiearbeit sein, für den Begleiter zudem ein Diagnostikinstrument, durch welches sichtbar werden kann, in welchen Bereichen Unterstützung angeboten werden sollte.
Neben der Vermittlung des theoretischen Hintergrunds und der Einbettung in andere Instrumente der palliativen Biographiearbeit wird in diesem Seminar eine Aufstellung exemplarisch durchgeführt und die Technik mittels Figurenaufstellungen (Familien-brett) geübt werden.
Literatur:
Alfred Köth (2006): Standort Aufstellungen als diagnostisches Hilfsmittel. Psychody-namische Psychotherapie 1/2006
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